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Dienstag, 4. Februar 2014

Noch ein Hutkurs

So, meine Lieben,
nach vielen Stunden Arbeit für das Hochzeitskleid, Zeugnisse schreiben in der Schule und all sowas, habe ich zusammen mit meiner Tochter Inés (Aminés von Ungefähr oder auch "Bildwerk 7") einen Hutkurs gemacht.
Für mich war es schon der zweite Kurs über dieVHS bei der Modistin Elisabeth Schenk aus Freiburg.
Und wie versprochen ist hier der erste, komplett fertige Hut, der "Mad Hatter" zweifarbig (einen in schwarz habe ich ja bereits):

Jetzt fehlt nur noch der Putz auf Hut Nr. 2, zumindest das Konzept steht, nun fehlt nur noch die Muße es umzusetzen...
Am Freitag ging es los. Wir konnten uns aus vielen unterschiedlichen Hutformen das passende Modell aussuchen. Da es mir ziemlich schwer fällt, mir den fertigen Hut nur anhand eines Holzklotzes vorzustellen,

Freitag, 21. Juni 2013

Steampunk-Beinstulpen

Da hab ich mal einen Ledermantel geschenkt bekommen...
Leider war der so grottenhässlich, dass ich ihn fast schon weggeworfen hätte.
Aber das Leder!!! Das geht doch nicht... dachte ich mir.
Also hing das grausliche Ding ewig bei mir im Schrank und müffelte vor sich hin.
 Aber ich bin ja pfiffig. Also hab ich kurzerhand die Ärmel rausgetrennt. Zunächst wollte ich sie mit dem Futter weiter verarbeiten, aber dann hab ich auf den glitschigen Stoff verzichtet.
Spaßhalber bin ich dann mal reingeschlüpft - mit dem Bein. Aaaaah - dachte ich. DAS ist doch garnicht so schlecht.

Am oberen Rand umgenäht und in Kombination mit den stylischen Bergsteiger-Highheels hab ich jetzt fast sowas wie Overknee-Stiefel.
Jetzt schau ich mal, ob ich aus dem Restmantel eine Expeditionsweste mache.

Mittwoch, 22. Mai 2013

das Hochzeitskleid-Projekt


Als meine jüngste Tochter Johanna den Heiratsantrag ihres Liebsten annahm, begann sie fast zeitgleich ein passendes Hochzeitskleid zu suchen. Nach einiger Recherche entschied sie sich gegen einen Internetkauf und eigentlich war für sie ziemlich schnell klar: Mama (das bin ich) näht mein Kleid.
Ich fühlte mich geehrt, aber ein bisschen Bammel hatte ich schon.
Ich will es gleich vorwegnehmen: das Kleid ist ganz wundervoll geworden, mein Kind war superzufrieden, sie sah hinreißend darin aus und vor allem: sie fühlte sich offenbar den ganzen Tag pudelwohl darin.

Aber bis dahin war es ein weiter Weg.
Zuerst einmal schleppte ich mein Kind in ein Brautmodengeschäft in Freiburg. DAS war mal spannend!

Montag, 29. April 2013

die kleine Fledermaus ist in die Provence geflattert

Nachdem die kleine Tutulla fertig war, haben wir sie auf Reisen geschickt: Dexter hat sie mitgenommen in die Provence, weil die neue Besitzerin Axelle dort lebt.
Sie hat sich offenbar über ihr Geschenk gefreut und ich darf die Fotos hier in meinem Blog veröffentlichen. Und das tu ich jetzt auch.
 Axelle liest meinen englischen Brief. Ich hoffe, sie hat mein Kauderwelsch verstanden.
 Tragetest 1
 Sind die zwei nicht zauberhauft?

 Tragetest 2
 Klappt auch.
Neue Freundin?
Viel Spaß noch mit der kleinen Fledermaus wünschen wir von hier aus in die Provence. Und Danke an Dexter für die Fotos.

Freitag, 19. April 2013

Tutulla-Handtäschchen für eine liebe kleine Freundin

Wisst ihr eigentlich, wer Tutulla ist?
Tutulla ist eine Fledermaus. Sie ist eine Figur aus der Geschichte "Kleiner König Kalle Wirsch" der Augsburger Puppenkiste von 1970.
Sie sieht so aus:
Da ich als oller Grufti total auf alle möglichen Wesen der Nacht und natürlich ganz besonders auf Fledermäuse stehe, wählte ich vor langer Zeit diesen Namen für meine Internetpräsenz.
Die kleinen Flatterviehcher begleiten mich auch sonst in vielfältiger Weise und ich habe aus zwei Fledermaus-Handpüppchen von Ikea irgendwann mal eine kleine Handtasche genäht. Gerade groß genug für einen Geldbeutel, Lippenstift, Taschentücher und vielleicht das Handy.
Jetzt haben wir eine kleine Bekannte - süße 13 Jahre alt und auch Gruftie. Und wie niedlich!!! Und ich habe mir gedacht, dass sie sich vielleicht über ein Tutulla-Täschchen freuen könnte.
Also habe ich aus meinem Fundus nochmal zwei Fledermäuschen gekramt (ich hab mal eine ganze Ladung gekauft, als sie im Sonderangebot waren), aufeinander genäht, Reißverschluss rein und dann noch ein bisschen aufgepeppt.
gut zu sehen: zwei Flatterlinge als Doppeldecker, hier als Umhängevariante


 Reißverschluss geöffnet - viel Platz bietet der Innenraum nicht, aber das ist hier ja auch nicht Priorität

Dienstag, 5. März 2013

Skirt Lifter Nr. 1 nach viktorianischem Vorbild

Nach einer zwangsläufig unkreativen Zeit habe ich mich wieder aufgerafft und wenigstens eine Kleinigkeit gebastelt.
Längere Zeit schon war ich fasziniert von historischen "Skirt Liftern" - Konstruktionen um den langen Rock vorne hoch zu raffen.

Nach fleißiger Recherche im Internet kam ich zu dem Schluss: schön, wenn frau ein historisches Modell ergattern kann. Besser, wenn frau sich einen RockAnheber selber konstruiert. Und viel cooler.

Dienstag, 26. Februar 2013

noch mehr Steampunk-Outfit-Kram



Eines sage ich Euch: Steampunk macht süchtig! In jeder Hinsicht.
Kaum hat frau das eine Outfit fertig gestellt, da lächeln die Stoffe im Regal, da stößt sie beim Stöbern im Aethernetz auf wundervolle Schnitte, findet in einschlägiger Literatur eine neue Idee für ihr Expeditions-Equipment, wird durch anstehende Ereignisse beflügelt…. Das ist Fluch und Segen zugleich!!!
Inspiriert durch unser Kreativwochenende, motiviert durch den Steampunk Stammtisch am 17.Februar und begünstigt durch einen schönen Fundus an Stoffen und die neue Nähmaschine, die ich mir endlich geleistet habe (und deren Finessen ich langsam durchschaue)...
habe ich mich also endlich mal wieder drangesetzt und geschneidert.
Die Ideen zunächst:
die Tournüre ist ja braun, das Band spitzte vorne aber oft unter dem Rockbund hervor, also habe ich ihr einen schwarzen Bändel verpasst. Zugegeben, nicht sehr spektakulär, aber effektiv. Foto überflüssig würde ich meinen.
Meinen schwarzen "Zwischendrin-Rock" wollte ich a) hinten verlängern, b) auch als braunen Rock tragen können. Also dachte ich mir: warum einen neuen Rock nähen und schon wieder 4 oder 5 Meter Stoff raushauen, warum nicht einen braunen, abnehmbaren Volant basteln?
Et voilá! So sollte es werden.

In Ermangelung von genügend Knöpfen habe ich folgendes erdacht: alle 8 Zentimeter kommen selber gebogene Stege aus kupferfarbenem Schweißdraht auf den Rock (30 Stege, 60 mal Ösen annähen - oh, bin ich stolz auf mich, normalerweise hab ich bei Nr. 55 keine Lust mehr....).

 Der Volant hat Knopflöcher (ebenfalls 30! Es lebe die neue Nähmaschine!!!! Hipphipp Hurra!), durch diese und durch die Stege wird ein Band gezogen. Klingt komisch, ist aber so. Und funktioniert.

Wohlgemerkt in der Theorie und an der Käthe, also im statischen Zustand. Ob es auch den Praxistest besteht, wird sich zeigen. (Nachtrag: klappt blendend)

Hätte ich aber nur Knöpfe gemacht, hätte ich die Weite gleich raffen und anpassen müssen, um unschöne Beulen zu vermeiden. Die anfängliche Befürchtung, der Volant sei hinten zu lang, hat sich nicht bestätigt. Ich sollte endlich Junos Tipp beherzigen und einen Abstandhalter zwischen Schneiderpuppe und Tournüre einbauen, damit sie an der Käthe nicht einknickt. Auch vorne passt die Länge perfekt.

Wird der Volant abgenommen (Rock wieder schwarz), werde ich ein braunes Band durch die Stege ziehen. Aber vermutlich wird die Konstruktion weitgehend vom Overskirt verdeckt.
Außerdem habe ich an dem ollen Burda-Rock endlich den Untertritt am seitlichen Schlitz genäht. Beult ein bisschen, aber da ist ja der Overskirt drüber.

Von Truly Victorian lag hier immer noch der Summer Overskirt Schnitt (TV 363), aber der Wash Overskirt gefiel mir bis dato so gut, dass ich dachte, wozu einen anderen nähen? (Einzig lästig fand ich das Bändel-Gewurschtel am Bürzel) Trotzdem hab ich mich dran gewagt. Sehr zufrieden bin ich mit dem Stoff. Der fällt schön und schillert wunderbar. Beim Nähen trieb er mich allerdings fast in den Wahnsinn, weil er ständig vom Tisch flutschte.


Da ich ganz genau weiß, dass ich Rundungen niemalsnicht schön gesäumt bekomme, habe ich für den Overskirt einen Besatz vorne drauf geplant. In Ermangelung von Zeit ist die vordere Kante im Moment ganz profan mit der Overlock abgezackelt. Nicht meine erste Wahl, aber optisch durchaus akzeptabel. Kommt Zeit, kommt Rüsche. Oder Spitze oder was mir sonst noch einfällt. Ich bin eigentlich nicht so der Freund von zuviel Tütü. Das erschwert nur die Büglerei
Aber noch einen Tipp könnte ich brauchen: die Rundungen klappen leider nach außen. Hat jemand eine Idee, wie man das vermeiden kann? Oder weiß jemand, ob das mit einer Rüsche schöner fällt?
Wie man auf dem Foto sehen kann, ist der Rock hinten mit Bändern hochgerafft. Ich habe die Raffung allerdings nach innen gelegt, die Bänder wären also eigentlich überflüssig. Ich habe sie trotzdem genäht und festgebunden, aber dann stellte sich heraus, dass sie genau auf der Hüfte sitzen und mich von vonre noch dicker machen. Als wir sie abgenommen haben, kam der Bürzel weiter nach hinten.
Insgesamt bin ich wirklich zufrieden. Was mir jetzt noch fehlt, ist ein passendes Oberteil. Da könnte ich mal eure Hilfe brauchen. Da ich ja obenrum eher nicht elfenhaft gebaut bin, scheue ich mich bis dato noch vor engen Taillen oder Polonaisen. Aber ich werde wohl nicht drumrum kommen. Mein Cape ist schön und gut, aber doch auch sehr rot. Und schwer und warm und schon gar nicht für drinnen geeignet. Gleichzeitig will ich aber auch nicht NUR vornehm und damenhaft und ein bisschen steif daherkommen. Es dürfte schon auch wieder mal ein bisschen verwegen sein.
Ich habe nämlich gemerkt, dass ich im Augenblick ein bisschen viel die viktorianisierende Schiene fahre. Alles ein wenig Roben-lastig.
Dabei genieße ich es durchaus, wenn ich Hosen und Stiefel trage, mich ungezwungen bewegen und die beherzte Frau Professor auf Sprach-Safari mit der Gedankenpistole im Anschlag geben kann

Sonntag, 20. Januar 2013

Kreativwochenende der Steampunker

Am Freitag haben wir uns bei uns zu Hause getroffen:
Lord von Barmbeck und Lady Ylia of Longvalley
Juno Sophronia und Sir Isidor Doyle
Doc Damyrev
Aminés von Ungefähr und Dominik
Pierre de Vapeur und natürlich ich

Die Idee war ein ganzes Wochenende gemeinsam zu basteln, zu nähen, Spaß zu haben, zu reden, sich auszutauschen, ein bisschen zu lästern, Tipps und Tricks weiter zu geben...
Es war einfach grooooßartig.
Der liebe Pierre hat uns einfach famos bekocht, vielen Dank mein Schatz!
Die Herren haben USB-Sticks in Tiffanytechnik eingekleidet, gesägt, geschliffen, gelötet und gebohrt. Hier gilt unser Dank ganz besonders Lord von Barmbeck, der sein Material, seinen Werkzeugfundus und sein umfassendes Wissen zur Verfügung stellte.
Die Damen haben Pelzmützen im Anna Karenina-Stil, Müffchen oder einen Overskirt genäht. Juno und Ylia haben sich viel Mühe gegeben, einen geeigneten Schnitt für die Mützen zu entwickeln und wie man am Ende gesehen hat, lohnte sich die Mühe absolut.
Lustigerweise war die Arbeitsteilung absolut rollenstereotyp. Dabei können alle Damen genau so gut gipsen, sägen und löten wie die Herren zum Teil nähen oder kochen können....
Nur - mit den Geschlechtskollegen und Kolleginnen lästert sich´s einfach lustiger :-)

Hier ein paar Impressionen:
Lord von Barmbeck und Pierre de Vapeur total vertieft.

...so herum oder doch andersrum...???

Jaaa! Jetzt passt die Krempe! Juno und Ylia passen den Schnitt nach umfangreichen, mathematischen Berechnungen an.

Der Lord und der Sir haben den vollen Durchblick!

... Und diese beiden auch. Dominik ist total vertieft.

Das Frollein Aminés werkelt an ihrem Torunüre-Überrock.

Das muss doch passen!

Doc Damyrev, Pierre und Dominik

Arbeitsergebnisse

Die Herren haben meinen "Kaleidoskop-Rohling" verbessert. Vorne erhielt er eine wundervolle Glasscheibe, die man hochklappen kann. Ich bin hingerissen!!! Vielen Dank, meine Herren. Ich werde ein würdiges Futteral für das Kaleidoskop nähen und es auf meinen Expeditionen immer mit mir tragen.

Nach anfänglicher Scheu (der Stoff war so teuer) habe ich mich doch an den Zuschnitt meiner Anna-Karenina-Mütze gewagt.

Fantasievolle Rohrkonstruktion von Doc Damyrev

Dampfmaschine vom Doc

wundervoll!!!

Donnerstag, 3. Januar 2013

Käthe Kruse Püppchen bekommt neue Kleider

Meine Mutter hat eine Käthe Kruse Puppe. Man mag es für albern halten, aber sie liebt diese Kleine und die begleitet sie sogar auf Reisen.
Was sie aber noch nicht hatte: einen Namen. Seit heute heißt sie Lenchen.
Sie hatte auch ein Kleidchen. Nett. Bisschen alternativ. Aber zu Weihnachten hat sich meine Mama ein neues Gewand für Lenchen gewünscht. Also bin ich heute nach Sigmaringen gefahren und habe losgelegt.
1. Lenchen ausziehen und genauestens vermessen
 Sie ist genau 38 cm groß.
2. Einen Entwurf anfertigen. Meine Mutter hat sich ein Matrosenkleidchen gewünscht.
Faltenröckchen und ein Hemdchen mit Matrosenkragen


3. Das Oberteil nähen
Ich habe den Schnitt eines Puppen-Hemdchens aus dem Internet so lange geändert, bis ich ein passables Oberteil nähen konnte. Mit den Ärmeln hatte ich einige Probleme, da die Armkugeln viel zu hoch waren. Zwar gibt es einige Puppenkleider-Schnitte, aber selbst wenn die Größe der Puppe stimmt, heißt das noch lange nichts. Es gibt einfach zu viele Puppen-Formen (Baby oder Mädchen...) Mit ein bisschen Improvisation ist es schließlich gelungen. Damit man es gut an- und ausziehen kann, ist es hinten offen und wird nur mit Druckknöpfen geschlossen. Der Kragen sollte lose aufliegen und vorne offen bleiben.
mit dünnem Satinband verziert
4. Den Faltenrock nähen
Markieren, stecken, bügeln, markieren, stecken, bügeln... Selbst bei so einem geringen Taillenumfang ist es eine Heidenarbeit, so viele Falten möglichst genau zu legen. Das Röckchen wird mit einem dünnen Satinbändchen in Weiß verziert (das gleichzeitig auch den Saum fixiert), mit einem Bund vervollständigt und mit Druckknopf geschlossen.
ich bin sonst faul, aber diesmal habe sogar ich geheftet
5. Kragen nähen
Ich habe die Form des Kragens mit Papier ausprobiert, doppelt zugeschnitten, rechts auf rechts verstürzt und nach dem Wenden mit dunkelblauem Satinbändchen verziert. Anschließend ist mir aufgefallen, dass ich es vielleicht doch besser in Dunkelblau genäht hätte. Aber das hole ich nach und dann werden wir sehen, welcher Kragen besser aussieht.
Et voilá. Lenchen im Matrosen-Outfit

Zum dunkelblauben Kragen gibt es noch ein Matrosenhütchen und neue passende Haarbändchen in blau und weiß. Dann ist Lenchen perfekt angezogen.
Und vielleicht mal irgendwann noch ein Mäntelchen...


Montag, 12. November 2012

Elegantes für den Herrn - Versuch ein WIP zu machen

Da ich mit diesem Vorhaben noch ganz am Anfang stehe, dachte ich, das wäre mal DIE Gelegenheit, ein Projekt zu dokumentieren.
Auch auf die Gefahr hin, dass es in die Hosen geht und ich mich bis auf die Knochen blamiere.

Auf jeden Fall habe ich zwei Schnitte. Der Simplicity liegt schon geraume Zeit und den Burda habe ich am Samstag spontan dazu gekauft. Ich vertraue einfach auf Burda und es ist soooo angenehm, wenn man nicht mühsam dieses Näh-Englisch übersetzen muss.
Von diesem Schnitt habe ich zunächst die Weste für den Herrn in Angriff genommen - das Modell mit den zwei Reihen Knöpfen, aber etwas länger, damit sie über den Bauch passt.

Sehr schick, finde ich. Gehrock links und Hose sollen es werden. Ich war sehr überrascht, als Peter entdeckte, dass bei diesem Schnitt die Nahtzugabe bereits enthalten ist. War das schon länger so, oder ist das neu? Oh, hab ich lange nichts mehr nach Burda genäht!

Sonntag, 11. November 2012

Darf ich vorstellen: die "nähende Mama, die ich nie hatte"

Also gleich vorweg:
meine Mama ist eine tolle Frau! Und ich bin so froh, dass ich sie noch habe, sie noch so fit ist und sie so viel für mich getan hat und immer noch tut...
Aber eines konnte sie nicht: nähen. Sie war überhaupt in allen praktischen Fragen nicht die richtige Ansprechpartnerin. Sie hatte zwei linke Hände und .... NEIN!!! Sie BEHAUPTETE zwei linke Hände zu haben und hat DAS - clever wie sie ist - auch immer kultiviert. Um nicht zu sagen "zelebriert":
Alfred??? Kannst du mal bitte die Microwelle einschalten??? Ich weiß nicht, wie das geht.... *strahlendes, verschmitztes Lächel-Grinsen*
(Mal ganz nebenbei - ICH bin eine von diesen Trottel-Frauen, die IMMER ALLES SELBER KANN. So doof, wenn ihr mich fragt! Bei MIR kommt keiner auf die Idee zu sagen: lass mal, meine Liebe, ich mach das für dich...). Aber ich schweife ab.
Da ich gerne nähe, machte ich schon früh einen Basis-Nähkurs, nähte viel für meine Kinder, entwarf sogar Schnitte selber (meine Kinder sahen immer wie kleine Amish-Sprösslinge aus - ganz entzückend!!!) und machte irgendwann mein Hobby zu einem Teil meines Berufes. Aber so richtig habe ich das Nähen eben doch nicht gelernt. Und wenn es dann beispielsweise an eine Pattentasche geht, die ich mir partout in den Kopf gesetzt habe, dann habe ich halt niemand, den ich fragen kann.
Oder doch?
Vor ewigen Zeiten kaufte ich mir für kleines Geld bei einem Bücherflohmarkt dieses Werk hier. Und ich muss sagen, es beantwortet alle meine Fragen, hilft mir die unmöglichsten Probleme lösen. Den Rest bewerkstellige ich mit Youtube und einer Portion Improvisation.

Samstag, 27. Oktober 2012

Nachtrag viktorianisches Outfit - Das Cape

Das Cape ist übrigens NICHT rosa!
Ich weiß, das Foto ist sehr schrill, aber mit Blitz macht meine Kamera eben diese grausligen Bilder.
Das Cape ist dunkelrot. Eben wie mein Vorhang. War ja ein Rest.
Die illustre Gesellschaft bei einer Führung zum Thema "Industrielle Revolution" im Technoseum in Mannheim. Manch ein normaler Besucher hat uns für einen Bestandteil des Inventars gehalten.

Montag, 22. Oktober 2012

Aktualisierung viktorianisches Outfit

So, meine Lieben,
in Mannheim hatte mein Ensemble den ersten Auftritt und ich somit auch den ersten Tournüre-Härtetest.

Ein Automobil hat so seine Tücken: mit Hütchen hängen bleiben, sich mit dem Korsett ungelenk in den Sitz plumpsen lassen, sich die Federstahl-Bänder in die Weichteile pieksen... der Tag begann äußerst spaßig und mit viel Gelächter.
Den Rest des Tages habe ich dann doch überraschend gut bewältigt, aber inzwischen weiß ich, welches Kleidungsstück wie zu ändern sein wird:
der Burda-Rock ist hinten für die kleine Tournüre einen Ticken zu kurz => es wird einen Volant-Streifen aus dem Überock-Stoff geben, der hinten eben ein bisschen tiefer sitzt;
das Talma-Cape ist mir an den Schultern zu breit (hätt ich ja mal vorher nachmessen können *grmpf*) => ich hab mir schon eine raffinierte Falte gelegt, die es nur noch zu nähen gilt - sollte die Armpartie dann immer noch zu lang sein, gibt es in der Armbeuge auch noch eine Falte. Ich finde, bei so viel Gerüschel fällt das nicht mehr ins Gewicht;


die Bänder, mit denen ich den Überrock gerafft habe, sind aus Sythetik (ich geb´s  zu, es war Maurerschnur, die hatte ich halt noch). Ich hielt das für eine gute Idee. Bis ich merkte, dass die Knoten sich lösen und die Raffung sich nach vorne-unten verabschiedet. Zum Glück ist meine liebe Tochter ständig um mich herumscharwänzelt und hat mich immer wieder zurecht gezoppelt. Trotzdem werde ich mir eine Baumwollschnur besorgen. Und in schwarz. Sieht einfach doof aus, wenn unten eine weiß-rote Kordel raushängt.
Ich sag ja, es war lustig! Und auch wenn ich ein bisschen wie eine Matrone daherkomme, war ich dennoch zufrieden.
Naja, das nächste Cape würde ich vielleicht farblich ein wenig dezenter halten (aber der Vorhang lag da noch rum... und ich bin im Grunde meiner Seele einfach ein bisschen geizig).
Vorteil: auf jedem Foto wird man mich finden: "Ein (dickes) Männlein steht im Walde...."