Montag, 7. Mai 2012

Vorhang-Puzzle

Wenn man so viele und so große Fenster hat wie wir, dann muss man ganz schön knobeln, ob und wie man die behängt.
Wir wohnen zwar im ersten OG, aber rundum direkt auf Augenhöhe mit den Nachbarn. Nicht wirklich supereng und nicht dass mich das interessieren würde, was die über mich denken, aber mein Schazt wünscht es sich doch ein wenig privater.
Damit wir also nicht jeden Abend und jeden Morgen gefühlte vier Doppelzentner Rolladen wuchten müssen, habe ich mich an das Projekt "stoffige Fenster-Gemütlichkeit" gemacht.
(Schatzi lacht mich immer aus, aber ich hab noch nienicht irgendwo Rolläden auf- oder zugemacht. Entweder ich hatte alte, verklemmte Klappläden, die blieben dann sowieso offen. Oder ich hab´s immer vergessen, oder es war mir halt lästig.)

Ist euch schon mal aufgefallen, wie hässlich die Stoffe im Moment bei Ikea sind? Und wie mager die Auswahl? Nur dieser ätzende Kringel- und Streifen-Retrodreck in Knallfarben. Passt mal garnicht in unser neues Heim. Nein nein.
Auf der Suche nach anderen Alternativen habe ich einige Quellen abgeklappert, aber ich war enttäuscht, wie oft man nur noch fertige Stores bekommt. 140 breit, aber 3 m hoch. Na super. Ich brauchs andersrum: für 2 m Höhe und 3,40 m Fensterbreite. Und die Muster! Entweder ultra-angesagt-bäh, oder ultra-spießig-bäh.
Oder du kriegst nur diese Schiebe-Stoffstreifendinger. 60 cm breit - Sonderangebot "Stück für nur 19 €", beliebig kürzbar. Arrrrg! Ratterratter - hab ich richtig gerechnet - 114 Ois für ein Fenster, mager behängt? Keine Sorge, es kam noch doller, später mehr dazu.

Also haben wir erst mal die Überbleibsel aus den alten Wohnungen gesichtet.
Na klasse! Da hat man nun Kisten voller Vorhänge und Stoffe, aber....
die terrakottafarbenen Gardinen - perfekt für die Balkontüre, zu schmal für die Essecke.
 Genau DIE wollten wir aber wieder aufhängen, weil sie ein unvergleichliches Licht in den Raum zaubern.

Und die bordeauxfarbenen Samtschals? An der Balkontüre zu kurz, am Fenster zu schmal. Na suuuper.
Also hab ich gepuzzelt.

Die Samtschals an der Türe unten verlängert, übrigens absichtlich zu lang verlängert. Ich mag das.
Der Stoff liegt unten sogar doppelt. Fragt nicht, wie ich das doppelt drumrumgefummelt habe. Nix vorne annähen, umklappen, einschlagen, wieder annähen, gurksmurks... Nene, alles mit einer Naht und dann wieder rausgefriemelt. Ich bin so gutttt!
Am Fenster habe ich den Samt natürlich gekürzt, dafür rechts und links verbreitert. Zum Glück hatte ich aus der alten Wohnung genug Rohmaterial. War wohl ein Sonderangebot bei Ikea damals :-) Als es dort noch schöne Vorhänge gab. Jawollja. Gab es!
Okay, diese Variante ist jetzt weniger elegant geraten, die Vorhänge haben eine Naht, die hoffentlich immer in der Falte zu liegen kommt. Vielleicht setze ich mal noch eine Goldborte drauf oder zwei - oder sowas.
Aber: ZU.

Ich sag´s euch - Samt entwickelt beim Nähen mitunter eine Eigendynamik. Rutscht entweder beim Nähen weg... oder krabbelt zu Falten zusammen. Und wer mich kennt, weiß, wie sehr ich HEFTEN HASSE!!! Stecken, nähen, feddisch. Muss gehen. Hier wurde ich eines Besseren belehrt. Außerdem habe ich nachts von Samtfusseln GETRÄUMT! Die waren überall. Wie kleine Tierchen sind sie durch die gesamte Wohnung gekrabbelt oder haben sich vor dem Stabusauger schwupps! unters Regal verkrochen. Ich denke mal, wenn wir (hoffentlich erst in 30 Jahren) ausziehen müssen, finde ich immer noch welche, die es sich hinter dem Bett, am anderen Ende der Wohnung (und das ist weiiiiiiit) gemütlich gemacht haben.
Aber ich habe ihn besiegt, den Samt! Und die Fusseln auch. Die meisten jedenfalls.

Zurück zum Thema.
Bei den Gardinen war nichts zu machen, an der Balkontüre haben sie gereicht, am Fenster waren und blieben sie zu schmal. Wer baut auch solche Fenster, hä? Aber zugegeben, sie machen die Räume hell und wirken unglaublich großzügig. (Mal sehen, wie ich nach der ersten Heizkostenabrechnung denke.)
Also habe ich rechts und links gezaubert und so mit den Samtschals überdeckt, dass man nichts merkt. In der Mitte die beiden Schals zusammengebunden, am Rand mit kleinen Schrauben in der Schiene vor dem Verrutschen gesichert. Das Ergebnis gefällt uns sehr und wie es von außen aussieht, interessiert mich nur - sagen wir "periphär".
 Leider werden die Fotos nie und nimmer der Raumatmosphäre gerecht, die durch diese Vorhänge entsteht. Ich liebe die Ecke, es sieht immer ein bisschen nach sonnigem Süden aus.
Etwas weniger spektakulär sind die anderen Fensterkreationen geraten. Aber auch hier habe ich gefühlte Kilometer Gardinenband verarbeitet und ich freue mich, wenn ich endlich wieder mal um die Ecke nähen darf. Zum Glück mussten wir auch hier noch nichts kaufen, war alles im Fundus.
Die Küche, morgens ein überraschend sonniger und einladender Raum. Gardinen konnte ich aus der alten Wohnung unverändert übernehmen. So gefällt mir das.
 Ein Hauch von Toskana. In Wirklichkeit geht es hier in unser Kämmerchen, die Abstellkammer in der Küche. Fast schon ein Abstellzimmer. Harry Potter hatte auf jeden Fall unter der Treppe weniger Platz. Richtig komfortabel ist das. Naja, die Türe hat uns gestört, sie wurde kurzerhand durch den Motiv-Vorhang ersetzt.

Die "Höhle der Jungs" - pardon "Männer". Diesen Raum teilt sich mein Schatz mit seinem Sohn, wenn der alle zwei Wochen zu Besuch kommt. Die Vorhänge waren aus seiner alten Wohnung. Ich hatte ja insgeheim  auch schon ein Auge drauf geworfen für das Mädchenzimmer... Wir haben einen erstaunlich ähnlichen Geschmack. Aber ich hab dann heldinnenhaft drauf verzichtet. Damit die wilden Kerle ihre Höhle kriegen.
Dafür habe ich im Mädchenzimmer (gleiches Prinzip: unter der Woche mein Arbeitszimmer, alle zwei Wochen auch das Zimmer von Schatzis Töchterchen und nebenbei Gästezimmer) mit Reststoffen eine völlig andere Stimmung geschaffen. Auch diesen Stoff hatte ich noch von Ikea. Aus guten, alten Ikea-Stoff-Zeiten wohlgemerkt!

Der Raum wirkt ohnehin durch die vorwiegend alten und sehr dunklen Möbel etwas gruftig und da tut ein bisschen weißer Stoff ganz gut. Ich werde auch gänzlich auf Übervorhänge verzichten, der Besuch kann sich ja die Rolläden selber runterlassen.
Apropos gruftig: unser Lord Graveyard der Ältere hat es sich auf meinem Schreibtisch gemütlich gemacht. Es gefällt ihm hier recht gut, meint er, nur die dummen Kabel stören... Elektrosmog und so...

Letztes Zimmer, das bereits stoff-verschönt ist: das Näh- und Bastelzimmerchen. Auch hier konnte ich auf meine alten Bestände zurückgreifen.
Aber ich bin ja längst noch nicht fertig, denn ab jetzt muss ich Stoffe kaufen. Im Wohnzimmer und Schlafzimmer sind die Fenster auch so riesig und ich habe lange mit Peter gesucht und geknobelt, wie und was wir da aufhängen. Dann haben wir uns noch Stoffmuster schicken lassen und jetzt warten wir auf die Lieferungen. DAS geht jetzt ein bisschen ins Geld.
Aber als ich kürzlich in einem Einrichtungshaus war (nicht Möbel Braun oder so, sondern ein richtiger Raumausstatter), da bin ich fast gefallen, als ich die Preise sah. Ein Stoff, der mir gefallen hätte, kostete da sage und schreibe 59 €. DER METER. Und ich brauche alleine für das Wohnzimmerfenster 9 Meter... Dafür kriege ich ja einen neuen Fernseher. Oder einen alten Roller.
Zum Glück gibt es das Internet und auch dort findet man schöne Stoffe. Schöne, bezahlbare Stoffe.
Wenn sie geliefert wurden und ich sie endlich, endlich aufgehängt habe, mache ich neue Bilder.

Euch allen eine tolle Woche.
Tutti

Kommentare:

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